Das Sozialleben der Hasen

Ausweich-Möglichkeiten im Hasenstall

Wenn bestimmte Tiere aus der Kolonie ausgestoßen werden, dann gehen sie eben woanders hin und gründen eine neue Kolonie. Im Stall geht das nicht.

Dieses instinktive Verhalten, dass die Angriffe nur ein wenig schmerzhaft zu sein brauchen, damit die Hasen sich voneinander distanzieren, funktioniert in der Stallhaltung nicht. So werden die Verletzungen immer heftiger und gefährlicher. Das unterlegene Tier ist seinem Angreifer ausgeliefert.

Deshalb ist es hier sinnvoll, Vorkehrungen zu treffen, dass bei ernsteren Streitigkeiten, die zu eskalieren drohen, die Hasen voneinander getrennt werden können. Solche Vorkehrungen kann zum Beispiel ein Ersatz-Hasenstall, eine weitere freie Stallbucht oder eine herausnehmbare Trennwand im Stallbereich sein. Wichtig dabei ist, dass auch noch nach der Trennung die einzelnen Tiere jeweils alle Stallausstattungen haben, die sie brauchen wie zum Beispiel Schlafhaus, Heuraufe, Wasser und Futter, Nagebrett oder Zweige, usw.

Die Haltung mehrerer Artgenossen kann sich also als aufwendiges Unterfangen entpuppen.

Im Hasenkäfig

Komplizierter wird es noch bei der Käfighaltung in der Wohnung, da die allermeisten Hasenkäfige von ihrer Größe her wenn überhaupt nur für einen einzelnen Hasen ausreichen. Sie sind meist eher für Meerschweinchen angemessen.

Ein zweiter Ersatz-Hasenstall für den Fall ernster Konflikte sprengt hier meistens den für die Hasenhaltung zumutbaren Platz in der Wohnung.

Ansteckungsgefahr

Ein weiteres Problem bei der Haltung mehrerer Tiere in einem Hasenstall, Hasenkäfig oder auch Freilaufgehege ist die Gefahr der gegenseitigen Infektion mit ansteckenden Krankheiten und die Übertragung von Parasiten.

Auch wenn ein Freilaufgehege zur Verfügung steht oder der Hasenstall auch noch so groß ist, der Lebensraum der Tiere wird hier nie so groß sein wie in freier Natur. Dort verteilt sich der Hasenkot und Urin auf eine große Fläche von naturlichem und bewachsenen Erdboden, der sich selbst regenerieren kann. Und falls es hier doch einmal zu einer "Seuche" kommt, so können die Hasen ihr Gebiet wechseln.

Das Beste, was man gegen die Ansteckungs- und Übertragungsgefahr im Hasenstall tun kann, ist stets für eine sehr gute Hygiene im Kaninchenstall zu sorgen.

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